Electrical Damping
Thema
In unserem Projekt haben wir das 2. GYPT-Projekt, Electric Damping, bearbeitet. Die Aufgabenstellung auf der GYPT-Webseite besagt:
A magnet suspended by a spring will display simple harmonic motion when displaced. If the magnet oscillates within a coil connected to a resistor, its motion will be damped. Investigate the factors that affect the damping.
Der Aufbau dieses Projekts basiert auf einem gewöhnlichen mechanischen harmonischen Oszillator, doch schwingt hier ein an Federn aufgehängter Magnet innerhalb einer Spule, die wiederum an einen variablen Widerstand angeschlossen ist. Beim Auslenken des Pendels mit geschlossenem Stromkreis tritt eine merklich stärkere Dämpfung auf, als durch die mechanischen Umstände hervorgerufen werden könnte.
Um ein solches Pendel systematisch untersuchen zu können, müssen wir einen geeigneten Aufbau konstruieren. Da ein Setup, das eine exakte Variation von Parametern wie der Gleichgewichtslage des Magneten relativ zur Spule erlaubt, nicht einfach als Fertigset existiert, haben wir unseren experimentellen Aufbau selbst entworfen.
Wir betrachten das System theoretisch auf zwei Ebenen: qualitativ und quantitativ. Für den qualitativen Teil betrachten wir die grundlegenden Mechanismen der Induktion und der Energieumwandlung. Für den analytischen und quantitativen Teil leiten wir ein vollständiges elektromechanisches Modell her, welches in einem Integro-Differentialgleichungssystem mündet, um die Dämpfung in Abhängigkeit von elektrischen und geometrischen Parametern exakt beschreiben zu können.
Theorie
Qualitative Theorie
Betrachtet wird zunächst das rein mechanische Federpendel. Auf den aus der Ruhelage ausgelenkten Magneten wirkt die rückstellende Kraft der Federn sowie die Gravitation, was ohne äußere Einflüsse zu einer einfachen harmonischen Schwingung führt.
Sobald das System um die Spule und den geschlossenen Stromkreis erweitert wird, ändert die Bewegung des Magneten kontinuierlich den Magnetfluss durch die Spule. Gemäß dem Faradayschen Induktionsgesetz wird dadurch eine elektromotorische Kraft induziert. Diese ist dann maximal, wenn die Geschwindigkeit des Magneten am größten ist, also beim Durchgang durch die Gleichgewichtslage.
Diese induzierte EMF treibt einen Strom durch den angeschlossenen Widerstand. Dieser Strom erzeugt wiederum ein eigenes Magnetfeld, das nach dem Lenzschen Gesetz der ursprünglichen Bewegung des Magneten entgegenwirkt. Die mechanische Energie des Systems wird dabei irreversibel als Joulesche Wärme im Widerstand dissipiert. Es resultiert eine elektromagnetisch gedämpfte Schwingung. Um die Stärke dieser Dämpfung in Abhängigkeit variabler Parameter exakt vorherzusagen, ist eine quantitative Analyse erforderlich.
Quantitative Theorie
Bewegungsgleichung, Definitionen und Annahmen
Für die theoretische Modellierung werden zunächst die relevanten Systemkonstanten definiert: die Masse des Magneten $$m$$, die effektive Federkonstante $$k_{eff} = k_1 + k_2$$, die Windungszahl der Spule $$N$$, die Spuleninduktivität $$L$$ und der ohmsche Gesamtwiderstand $$R$$ (bestehend aus dem verstellbaren Widerstand und dem Innenwiderstand der Spule). Die zentrale zeitabhängige Variable ist die vertikale Auslenkung des Magneten aus der Ruhelage $$x(t)$$.
In der theoretischen Herleitung gelten die folgenden Annahmen:
• Eindimensionale Bewegung
• Lineare Federn
• Konstante mechanische Dämpfung
• Konstante elektrische Parameter ($$R$$ und $$L$$)
• Keine weiteren elektromagnetischen Nebeneffekte
Als Ausgangspunkt für das gedämpfte System dient die klassische Bewegungsgleichung des gedämpften harmonischen Oszillators: \begin{equation*} m\ddot{x} + d(x) \dot{x} + k x = 0 \end{equation*} wobei $$d(x)$$ die positionsabhängige Dämpfungskonstante ist, für welche $$d(x) = d_{mech} + d_{em}(x)$$ gilt. Durch eine Taylor-Entwicklung 0. Ordnung wird die Dämpfungskonstante lokal als konstant approximiert. Unter dieser Annahme ergibt sich als Lösung eine exponentiell abklingende Schwingung: \begin{equation*} x(t) = Ae^{- \gamma t}\cos(\omega t + \varphi) \end{equation*} Dieser Ansatz der konstanten Dämpfung ist für die Auswertungen der einzelnen Messungen relevant, für die globale Betrachtung wird im Folgenden die explizite Ortsabhängigkeit untersucht.
Induzierte EMF und magnetischer Fluss
Für die Modellierung des elektromagnetischen Effekts muss der gesamte magnetische verkettete Fluss $$\psi = \sum_{i=1}^{N} \Phi_i$$ durch die Spule betrachtet werden: \begin{equation*} \Phi_i(x) = \int_{A_i}\vec{B}(x)\cdot d\vec{A}_i \end{equation*}
Aus dem Faradayschen Induktionsgesetz ergibt sich durch Anwendung der Kettenregel die induzierte Spannung $$\varepsilon$$ als Produkt aus der räumlichen Änderung des Flusses und der Momentangeschwindigkeit des Magneten: \begin{equation*} \varepsilon(t) = -\frac{d}{dt}\left(\sum_{i=1}^{N} \Phi_i(x)\right) = -\frac{d\psi}{dt} = -\frac{d\psi}{dx}\dot{x} \end{equation*}
Im Folgenden definieren wir den geometrischen Kopplungsfaktor: \begin{equation*} G(x) := \frac{d\psi}{dx} \end{equation*} Sodass gilt: \begin{equation*} \varepsilon(t) = -G(x)\dot{x} \end{equation*}
System als RL-Schaltkreis
Das elektrische System lässt sich als geschlossener RL-Schaltkreis modellieren. Nach der Kirchhoffschen Maschenregel resultiert für das aus Induktivität $$L$$ und ohmschen Gesamtwiderstand $$R$$ bestehende System die folgende Differentialgleichung für den Strom $$I$$: \begin{equation*} L\frac{dI}{dt}+RI = \varepsilon(t) = -G(x)\dot{x} \end{equation*}
Die analytische Lösung für $$I(t)$$ über eine Variation der Konstanten lautet: \begin{equation*} I(t)=e^{-\frac{R}{L}t}\int\frac{\varepsilon(\tau)}{L}e^{\frac{R}{L}\tau}d\tau+I_0e^{-\frac{R}{L}t} \end{equation*}
Leistungsbilanz
Die dem Oszillator entzogene mechanische Leistung $$P_{mech}$$ entspricht zu jedem Zeitpunkt der induzierten elektrischen Leistung $$P_{elec}$$ an der Systemgrenze: \begin{equation*} P_{mech} = P_{elec}\\ F_{em} \cdot \dot{x} = \varepsilon \cdot I \end{equation*}
Im RL-Kreis teilt sich diese Leistung nach den Kirchhoffschen Regeln in thermische Verlustleistung und die Änderung der magnetischen Feldenergie auf: \begin{equation*} \varepsilon \cdot I = I^2 R + \frac{d}{dt}\left(\frac{1}{2}LI^2\right) \end{equation*}
Für die Bestimmung der Bremskraft $$F_{em}$$ ist diese interne Aufteilung im Stromkreis jedoch irrelevant, da die elektromechanische Energieübertragung direkt an der Systemgrenze erfolgt. Durch Einsetzen von $$\varepsilon(t) = -G(x)\dot{x}$$ ergibt sich: \begin{equation*} F_{em} \cdot \dot{x} = -G(x)\dot{x} \cdot I \end{equation*}
Für den bewegten Zustand ($$\dot{x} \neq 0$$) lässt sich die Geschwindigkeit kürzen, woraus direkt die elektromagnetische Gegenkraft resultiert: \begin{equation*} F_{em} = -G(x) \cdot I \end{equation*}
Finale Bewegungsgleichung
Durch das Einsetzen der berechneten Dämpfungskraft entsteht die vollständige, gekoppelte Bewegungsgleichung für unser System: \begin{equation*} m\ddot{x} + d_{mech} \dot{x} + k x + G(x) \cdot I(t) = 0 \end{equation*} \begin{equation*} m\ddot{x} + d_{mech} \dot{x} + k x + G(x) \cdot \left(e^{-\frac{R}{L}t}\int\frac{\varepsilon(\tau)}{L}e^{\frac{R}{L}\tau}d\tau+I_0e^{-\frac{R}{L}t}\right) = 0 \end{equation*}
Aufbau
Allgemeiner Aufbau unseres Systems
Der mechanische Teil des Aufbaus ist vertikal in einer Linie aufgebaut und gliedert sich von oben nach unten wie folgt:
- Stativgestell: Ein stabiler Aufbau aus Stativstangen bildet das Fundament des Systems, um mechanische Eigenschwingungen des Aufbaus zu minimieren.
- Kraftsensor: Am obersten Stativarm ist ein Kraftsensor montiert. Dieser misst kontinuierlich die Zugkraft während der Oszillation.
- Obere Feder: Am Haken des Kraftsensors ist die erste lineare Zugfeder aufgehängt.
- Magnet: Am unteren Ende dieser Feder ist der Permanentmagnet befestigt, welcher als die schwingende Masse $$m$$ agiert.
- Untere Feder: Unterhalb des Magneten ist eine zweite Zugfeder angebracht, die nach unten hin mit dem Stativ verbunden ist.
Elektrischer Aufbau und Stromkreis
Der elektrische Teil des Experiments setzt den theoretisch beschriebenen RL-Schaltkreis um:
- Induktionsspule: Die Spule ist auf einem eigenen, höhenverstellbaren Stativbauteil fixiert. Die Spulenöffnung ist weit genug gewählt, damit der Magnet berührungsfrei hindurchschwingen kann, um rein mechanische Reibung auszuschließen.
- Variabler Widerstand: Die Spulenanschlüsse sind mit einem variablen Widerstand verbunden, durch den der Stromkreis geschlossen wird.
Über den variablen Widerstand kann der Gesamtwiderstand $$R$$ des Kreises gezielt verändert werden. Dies erlaubt es, den induzierten Strom $$I$$ und damit die Stärke der elektromagnetischen Bremskraft $$F_{em}$$ systematisch zu steuern.
Messungen
Konstante Versuchsparameter
Um die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Messreihen zu gewährleisten, wurden die folgenden System- und Umgebungsparameter über alle Versuche hinweg strikt konstant gehalten:
| Parameter | Symbol | Wert |
|---|---|---|
| Masse des Magneten | $$m$$ | $$68.2\,\text{g}$$ |
| Windungszahl der Spule | $$N$$ | $$1000$$ |
| Innenwiderstand der Spule | $$R_S$$ | $$9.5\,\Omega$$ |
| Spuleninduktivität | $$L$$ | $$31\,\text{mH}$$ |
| Spulenhöhe | $$h_S$$ | $$7.96\,\text{cm}$$ |
| Spulenradius | $$r_S$$ | $$2.33\,\text{cm}$$ |
Generelle Messungen
Um die elektromagnetische Dämpfung systematisch zu untersuchen und unsere theoretischen Vorhersagen zu überprüfen, haben wir in unseren Versuchsreihen primär den elektrischen Widerstand des Systems sowie die Gleichgewichtsposition des Magneten variiert. Die über den Kraftsensor aufgezeichneten Rohdaten dieser Oszillationen bilden die Grundlage für die mathematische Datenanalyse.
Mechanische Reibungsmessung
Wie in der Theorie beschrieben, nehmen wir eine konstante mechanische Reibung an. Um diese experimentell zu bestimmen, haben wir die Schwingung mehrfach mit offenem Stromkreis durchgeführt. Da in diesem Zustand kein Strom fließen kann ($$I = 0$$), wirkt auf das System ausschließlich die mechanische Dämpfung als abklingender Faktor.
Bestimmung der Federkonstante
Für die quantitative Auswertung des mechanischen Oszillators ist die effektive Federkonstante $$k_{eff}$$ erforderlich. Um diese experimentell zu bestimmen, wurde mehrere Messungen derer durchgeführt. Hierbei wurde das System im Ruhezustand gezielt mit einem bekannten Zusatzgewicht belastet und die daraus resultierende Längenänderung der Federn dokumentiert.
Daten
Mechanische Reibungsmessung
Um die Reibungskonstante zu ermitteln, wurden die Abklingkurven bei offenem Stromkreis ausgewertet. Die Dämpfungswerte zeigten über mehrere Messreihen hinweg eine hohe Konstanz und definieren den rein mechanischen Basis-Dämpfungskoeffizienten des Versuchsaufbaus.
Bestimmung der Federkonstante
Die statische Kalibrierung des Federaufbaus erfolgte mit einer Masse von $$m = 0.1\,\text{kg}$$. Diese Masse übt eine zusätzliche Gewichtskraft von $$F_G = m_{kal} \cdot g$$ auf das System aus. Aus der resultierenden Auslenkung $$\Delta x$$ im Gleichgewichtszustand wurde die effektive Federkonstante über das Hookesche Gesetz bestimmt: \begin{equation*} k_{eff} = \frac{F_G}{\Delta x} \end{equation*} Der ermittelte Wert für $$k_{eff}$$ bildet die Grundlage für eine großen Teil der Oszillationsbewegung in unserer quantitativen Modellierung und sie stimmt mit der ungedämpften Eigenfrequenz des realen Pendels überein.
Variation der Parameter
Widerstand
Eine Veränderung des variablen äußeren Widerstands führt zu einer veränderten Dämpfung des Systems.
Für die experimentelle Überprüfung über eine Variation des äußeren Widerstands kann das Modell durch eine Grenzwertbetrachtung vereinfacht werden. Bei hinreichend kleiner Spuleninduktivität ($$L \approx 0$$) kann der induktive Spannungsabfall in der Maschenregel vernachlässigt werden. Der Gesamtwiderstand des Kreises setzt sich additiv aus dem variablen externen Widerstand $$R_{var}$$ und dem Innenwiderstand der Spule $$R_S$$ zusammen: \begin{equation*} I(t) \approx \frac{\varepsilon(t)}{R_{var} + R_S} \end{equation*}
Durch Einsetzen von $$\varepsilon(t) = -G(x)\dot{x}$$ ergibt sich für den Momentanstrom: \begin{equation*} I(t) = -\frac{G(x)}{R_{var} + R_S}\dot{x} \end{equation*}
Wird dieser Ausdruck in die hergeleitete Bremskraft eingesetzt, resultiert eine rein geschwindigkeitsproportionale Gegenkraft in der Bewegungngleichung: \begin{equation*} m\ddot{x} + d_{mech}\dot{x} + kx = -\frac{G(x)^2}{R_{var} + R_S}\dot{x} \end{equation*}
Durch Umstellen und Ausklammern der Geschwindigkeit lässt sich die effektive Gesamtdämpfung des gekoppelten Systems explizit als Koeffizient darstellen: \begin{equation*} m\ddot{x} + \left( d_{mech} + \frac{G(x)^2}{R_{var} + R_S} \right)\dot{x} + kx = 0 \end{equation*}
Da bei dieser Messreihe die Gleichgewichtsposition des Magneten strikt konstant gehalten wurde, bleibt der geometrische Flussgradient $$G(x)$$ im Mittel eine konstante Eigenschaft des Aufbaus. Daraus folgt für den Dämpfungskoeffizienten der funktionelle Zusammenhang: \begin{equation*} d(R_{var}) = d_{mech} + \frac{A}{R_{var} + R_S} \end{equation*} Hierbei fasst der Parameter $$A = G(x)^2$$ alle konstanten magnetischen und geometrischen Eigenschaften zusammen.
Deswegen wurde im Graphen der Ansatz eines inversen Fits gewählt. Die Messdaten bestätigen diesen theoretisch hergeleiteten inversen Zusammenhang hervorragend.
Gleichgewichtsposition
Eine Veränderung der Gleichgewichtsposition führt zu einer veränderten Dämpfung des Systems.
Der hier gewählte Gaußsche Fit ist primär phänomenologischer Natur, lässt sich qualitativ jedoch direkt physikalisch über die Feldgeometrie begründen. Da der elektromagnetische Dämpfungsanteil proportional zum Quadrat des Flussgradienten ist ($$d_{em} \propto G(x)^2$$), bildet die Kurve die räumliche Änderungsrate des magnetischen Flusses ab.
Der Verlauf der Dämpfung in Abhängigkeit von der Ruhelage zeigt charakteristische Eigenschaften:
- Minimum im Symmetriezentrum: Befindet sich der Magnet exakt in der Mitte der Spule, fällt die elektromagnetische Dämpfungskomponente nahezu auf null ab. Dies liegt daran, dass der magnetische Fluss dort ein lokales Extremum besitzt und der Gradient verschwindet ($$G(x) = \frac{d\psi}{dx} \approx 0$$). Obwohl der Magnet hier beim Durchgang seine höchste Geschwindigkeit erreicht, wird mangels Flussänderung kaum Spannung induziert.
- Extremum: Der Graph zeigt ein klares Dämpfungsmaximum bei einer Auslenkung von $$x_0 \approx 3.2\,\text{cm}$$. An diesem Punkt passiert der Magnet die Zone, in der die magnetischen Feldlinien am dichtesten umschlagen und die räumliche Flussänderung pro Wegstrecke am größten ist.
- Abfall im Außenraum: Außerhalb dieser Zone sinkt die Dämpfung wieder rapide auf das Niveau der rein mechanischen Reibung ab, da der Kopplungsfaktor gegen null läuft.
Fehlerbetrachtung
Theoretische Fehler
- Annahme einer konstanten Dämpfung im Datensatz: Um eine mathematisch zugängliche Kurvenauswertung der Schwingung durchführen zu können, wurde für die einzelnen Messungen eine zeitlich konstante Dämpfung angenommen. Das reale Modell besitzt jedoch durch die Ortsabhängigkeit von $$G(x)$$ eine Varianz der Dämpfung innerhalb einer Schwingung.
- Vernachlässigung der Spuleninduktivität ($$L \approx 0$$): Für den inversen Fit bei der Widerstandsvariation wurde die Induktivität vernachlässigt. In der Realität führt $$L > 0$$ zu einer zeitlichen Verzögerung (Phasenverschiebung) zwischen der induzierten Spannung und dem Strom $$I(t)$$. Die Bremskraft hinkt der Geschwindigkeit hinterher, wodurch die Dämpfung nicht mehr perfekt geschwindigkeitsproportional ist.
- Amplitudenabhängigkeit des Kopplungsfaktors $$A$$: Beim Widerstands-Fit wurde $$A = G(x)^2$$ als konstant angenommen. Da die Schwingung abklingt, verringert sich die Schwingungsamplitude kontinuierlich. Da $$G(x)$$ stark nichtlinear ist, durchschwingt der Magnet mit abnehmender Amplitude andere Feldzonen, weshalb das gemittelte $$A$$ von der Startamplitude abhängt, hier aber nicht entscheidend ist.
- Idealisierte Eindimensionalität: Das Modell geht von einer rein eindimensionalen Bewegung exakt auf der Symmetrieachse aus. Sobald ein leichtes horizontales Pendeln oder Trudeln einsetzt, verändern sich der Fluss und der Gradient asymmetrisch, wodurch das System mithilfe unserer Theorie nicht mehr lösbar wäre.
- Vernachlässigung von Wirbelströmen: Bewegung im Magnetfeld induziert auch mikroskopische Wirbelströme im Material des Magneten selbst sowie in den Kupferwindungen. Diese dissipieren ebenfalls Energie als Wärme und erhöhen die scheinbare mechanische Reibung $$d_{mech}$$ im bewegten Zustand unbemerkt.
- Linearisierung der Federkräfte: Es wird angenommen, dass die Federn perfekt linear nach dem Hookeschen Gesetz arbeiten ($$F = -kx$$). Reale Zugfedern zeigen in extremen Dehnungs- oder Entspannungsbereichen oft ein nichtlineares Verhalten, was die Geschwindigkeitskurve $$\dot{x}(t)$$ minimal verzerrt.
Experimentelle Fehler
- Mechanische Instabilität des Stativs: Das Stativgestell ist nicht vollkommen starr. Die mechanische Schwingung der Masse übertrug sich teilweise als minimale Gegenbewegung auf den Rahmen, was zu kleinen unberücksichtigten Energieverlusten führte, wobei natürlich der mechanische Dämpfungsfaktor diesen Umstand in manchen Aufbauten schon ausgleicht.
- Geometrische Randbereiche: Bei großen initialen Auslenkungen schwang der Magnet in den Umkehrpunkten teilweise komplett aus der Spule heraus. Dadurch verließ das System zeitweise die Konsistenz mit der Aufgabenstellung.
Fazit
Es konnte erfolgreich gezeigt werden, dass das elektromechanische System durch ein gekoppeltes Differentialgleichungssystem beschrieben werden kann. Die experimentellen Daten bestätigen den inversen Zusammenhang zwischen dem elektrischen Widerstand und der Dämpfungskonstante. Zudem zeigte sich eine starke Positionsabhängigkeit der Dämpfung, die auf den Gradienten des magnetischen Flusses $$G(x)$$ zurückzuführen ist und ihr Maximum im äußeren Bereich der Spule findet.
Erfolge
- BeGYPT-Teilnahme
- JuFo-Teilnahme
Quellen
Programme
- Logger Pro 3.15
- Excel
- LaTeX
Internetquellen
- Oussama Safi: How resistance in coils affects the damping of oscillations of a magnet through them. In: Physics Stack Exchange. URL: https://physics.stackexchange.com/questions/424726/how-resistance-in-coils-affects-the-damping-of-oscillations-of-a-magnet-through, abgerufen am 10.05.2026.
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- Byju Raveendran, Divya Gokulnath: Faraday's Law. In: BYJU'S Physics. URL: https://byjus.com/physics/faradays-law/, abgerufen am 22.05.2026.
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Wissenschaftliche Artikelquellen
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Bücherquellen
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Videoquellen
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