Lato-Lato Kurt: Unterschied zwischen den Versionen

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==Fachliche Kurzfassung==
== Fachliche Kurzfassung ==
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In dieser Arbeit wird das Bewegungsverhalten des Kinderspielzeugs „Lato Lato“ untersucht. Es besteht aus einem oszillierenden Aufhängungspunkt („Pivot“), an dem eine Schnur mit zwei Bällen an ihren Enden befestigt ist. Der Aufbau kann als zwei Pendel betrachtet werden, die am gleichen Pivot hängen. Durch die Oszillation des Pivots kommt es zu Kollisionen der Bälle und es entstehen verschiedene „stabile“ Bewegungszustände (stabil im Sinne einer konstanten maximalen Auslenkung).
Ziel dieser Arbeit ist es, diese stabilen Bewegungszustände genauer zu untersuchen und theoretisch zu modellieren. Zu diesem Zweck wird zunächst eine intuitive Erklärung des Phänomens gegeben und anschließend eine quantitative Modellierung vorgestellt. Außerdem werden numerische Simulationen und ein Algorithmus präsentiert, der stabile Zustände identifiziert. Ein ausgewählter stabiler Zustand wird experimentell nachgestellt und mit den Simulationsergebnissen verglichen. Abschließend werden mögliche Erweiterungen und weitere Experimente skizziert.


In dieser Arbeit wird das Bewegungsverhalten vom Kinderspielzeug "Lato Lato" untersucht. Es besteht aus einem oszilierendem Pivot (Aufhängepunkt) an welchen eine Schnur mit zwei Bällen an ihren Enden gehängt wird. Den Aufbau kann man sich auch als zwei Pendel vorstellen, die an dem gleichen Pivot hängen. Durch die Ozilation des Pivots kann es zu Kollisionen kommen und verschiedene "stabile" Bewegungen entstehen ("stabil" meint dabei, dass die maximale Auslenkung des Pendels sich nicht ändert).
== Motivation ==
Das Ziel dieser Arbeit ist es diese stabilen Bewegungen genauer zu untersuchen und theoretisch zu modelieren.
Bei diesem Projekt handelt es sich um die Bearbeitung des folgenden GYPT-Problems: '03 Lato Lato: Attach a ball to each end of a string and connect the center of the string to a pivot. When the pivot oscillates along the vertical direction, the balls start to collide and oscillate with increasing amplitude. Investigate the phenomenon.'
Dazu wird zunächst eine Intuitive Erklärung des Phänomens gebeben und quantitativ theoretisch modeliert. Weiter werden auch Numerische Simulationen und ein Algorithmus vorgestellt, der diese "stabilen" Bewegungen finden kann.
Übersetzt ins Deutsche: Befestigen Sie an jedem Ende einer Schnur eine Kugel und verbinden Sie die Mitte der Schnur mit einem Drehpunkt. Wenn der Drehpunkt in vertikaler Richtung schwingt, beginnen die Kugeln miteinander zu kollidieren und schwingen mit zunehmender Amplitude. Untersuchen Sie dieses Phänomen.
Weiter wird eine der "Stabilen" Bewegungen experimentell nachgestellt und mit der Theorie quantitativ verglichen.
Schließlich wird ein Ausblick gegeben zu weiteren möglichen Experimenten und Erweiterung der vorgestellten Theorie.


==Motivation==
== Fragestellung ==
Die Idee zu dieser Arbeit entstand durch das Spielen mit dem Kinderspielzeug "Lato Lato". Mich hat der Einfluss des Pivots auf das Pendel fazieniert\dots
Die Leitfragen dieses Projekts lauten:
*Wie lässt sich der Einfluss des oszillierenden Pivots auf das Pendel physikalisch erklären?
*Kann man das Lato Lato theoretisch modellieren?
*Lässt sich ein stabiler Bewegungszustand experimentell nachstellen?
*Welche Bewegungsmuster treten beim Lato Lato auf?


==Fragestellung==
== Theorie ==
Die Leitfragen dieses Projekts sind folgende:
=== Stabile Zustände ===
* Wie kann man den Einfluss des Pivots auf das Pendel physikalisch erklären?
Zunächst werden stabile Bewegungszustände definiert. Man betrachtet den maximalen Winkel innerhalb einer Periode als Maximalwinkel. Bleibt dieser Winkel über die Zeit konstant, spricht man von einem stabilen Zustand. Es lassen sich drei stabile Zustände unterscheiden:
* Kann man das Lato Lato theoretisch modelieren?
* Kann man stabile Bewegungen des Lato Latos experimentell nachstellen?
* Welche Bewegungsmuster gibt es beim Lato Lato?


==Theorie==
===Stabile Zustände===
Zunächst werden die stabilen Bewegungen des Lato Latos genauer definiert. Dabei stelle man sich das Pendeln vor und betrachte den Winkel an welchem das Pendel (kurzeitig) zu Stoppen kommt. Es geht somit um den Winkel ab dem die Bälle des Pendels wieder runterfallen. Dieser Winkel wird als maximaler Winkel bezeichnet.Ist dieser maximaler Winkel jetzt über zeit konstant (das Pendel kommt an der selben stelle zum stoppen), wird die Bewegung bzw. der Zustand als stabil bezeichnet. Dabei kann es zu folgenden drei stabilen Zuständen kommen.
[[Datei:StabileZustande.png]]
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Im ersten Zustand gibt es keine Kollisionen und die Bälle Bewegen sich mit dem Pivot nach oben und nach unten. Im zweiten Fall kollidieren die Bälle unten und lenekn sich dann bis zu einem konstanten Winkel aus an welchem sie wieder nach unten fallen. Im dritten Zustand gibt es unten und oben stets Kollisionen.


===Qualitative Erklärung===
Zustand 1 (kein Zusammenstoß): Die Bälle pendeln ohne Kollision und folgen der Pivot-Bewegung.
 
Zustand 2 (unterer Zusammenstoß): Kollision am unteren Umkehrpunkt; der Maximalwinkel bleibt konstant.
 
Zustand 3 (unterer und oberer Zusammenstoß): Kollisionen an beiden Umkehrpunkten.
 
=== Qualitative Erklärung ===
[[Datei:BasicExplanation.png]]
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Bild 1: Es bewegen sich die Bälle nach oben während der Pivot sich nach unten bewegt. Durch das Momentum der Bälle bewegen sie sich weiter nach oben, trotz der Bewegung des Pivots nach unten. Dadurch erhöht sich der Winkel in dem sie in Bild 2 zum (kurzeitigen) Stillstand kommen. Da jedoch nach diesem Stillstand nur noch die Erdbeschleunigung auf die Bälle wirkt, fallen sie wieder nach unten. Bewegt sich diesmal der Pivot nach oben wirkt die Beschleunigung des Pivots entgegen der Erdbeschleunigung, was die effektive Erdbeschleunigung der Bälle erhöht. In Bild 4 kommt es schließlich zu einer nicht perfekt elastischen Kollision, bei welcher die Kinetische Energie verringert wird. Da jedoch durch den höheren maximal Winkel und die zusätzliche Beschleunigung die Bälle vor der Kollision schneller sein können, kann so die Kinetische Energie nach der Kollision erhalten bleiben oder sich sogar erhöhen.
 
Beim Aufstieg der Bälle und gleichzeitigen Abwärtsbewegung des Pivots wird der Umkehrpunkt der Pendelbewegung höher erreicht (höherer Maximalwinkel).
 
Im Moment des Stillstandes wirkt nur die Gravitation, weshalb die Bälle nach unten fallen.
 
Bewegt sich der Pivot nun nach oben, erhöht sich die effektive Beschleunigung und somit die Geschwindigkeit der Bälle vor der Kollision.
 
Bei der nicht perfekt elastischen Kollision kann so trotz Energieverlust die kinetische Energie erhalten bleiben oder sogar zunehmen.


===Quantitative Modellierung===
===Quantitative Modellierung===
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[[Datei:Parameters.png|mini|Parameterbeschreibung]]
[[Datei:Parameters.png|mini|Parameterbeschreibung]]
Zunächst werden wie folgt die Parameter definiert:
Zunächst werden wie folgt die Parameter definiert:
$$\theta (t)$$ stellt den Auslenkungswinkel des Pendels in Abhängigkeit zur Zeit dar (Zeitabhängige Funktion). Weiter stellt $$p(t)$$ die Höhe des Pivots in Abhängigkeit zur Zeit dar (Zeitabhängige Funktion). Das Koordinatensystem wird so definiert, dass der Pivot um den Punkt $$(0,l)$$ osziliert. Da weiter die Oszilation des Pivots als Sinusfunktion verstanden wird gilt:
$$\theta (t)$$ stellt den Auslenkungswinkel des Pendels in Abhängigkeit zur Zeit dar (Zeitabhängige Funktion). Weiter stellt $$p(t)$$ die Höhe des Pivots in Abhängigkeit zur Zeit dar (Zeitabhängige Funktion). Das Koordinatensystem wird so definiert, dass der Pivot um den Punkt $$(0,l)$$ oszilliert. Da weiter die Oszillation des Pivots als Sinusfunktion verstanden wird gilt:
\begin{equation*}  
\begin{equation*}  
p(t)=a\cdot\sin(\omega t + \alpha)+l,
p(t)=a\cdot\sin(\omega t + \alpha)+l,
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[[Datei:String.png|mini|Länge des Fadens über Zeit (bei gemachten Experimenten nahezu konstant)]]
[[Datei:String.png|mini|Länge des Fadens über Zeit (bei gemachten Experimenten nahezu konstant)]]
Folgende Annahmen werden in der theoretischen Modellierung genutzt:
Folgende Annahmen werden in der theoretischen Modellierung genutzt:
* Die Oszillation des Pivots wird durch $$p(t)=a\cdot\sin(\omega t + \alpha)+l$$ definiert
* Reibung ist vernachlässigbar (Kinetische Energie wird bei Kollision verhältnismäßig so viel kleiner, dass Reibung vernachlässigbar ist).
* Reibung ist vernachlässigbar (Kinetische Energie wird bei Kollision verhältnismäßig so viel kleiner, dass Reibung vernachlässigbar ist).
* Der Faden ist masselos.
* Der Faden ist masselos.
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* Symmetrie der Beiden Bälle wird angenommen, sodass ein Freiheitsgrad $$\theta(t)$$ die Auslenkung beider Teilpendel beschreibt.
* Symmetrie der Beiden Bälle wird angenommen, sodass ein Freiheitsgrad $$\theta(t)$$ die Auslenkung beider Teilpendel beschreibt.
* Die Fäden deformieren nicht und haben eine konstante Länge $$l$$.
* Die Fäden deformieren nicht und haben eine konstante Länge $$l$$.
Die letzte Annahme ist nur zutreffend bei Auslenkungswinkeln bis $$90^{\circ}$$. Bis zu diesem Punkt ist die Zentripetalkraft, so groß, dass der faden straff ist.
Die letzte Annahme ist nur zutreffend bei Auslenkungswinkeln bis $$90^{\circ}$$. Bis zu diesem Punkt ist die Zentripetalkraft, so groß, dass der Faden straff ist.
]


====Euler-Lagrangian Gleichung====
====Euler-Lagrangian Gleichung====
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\begin{align*}
\begin{align*}
       \frac{\partial L_1}{\partial \theta}
       \frac{\partial L_1}{\partial \theta}
       &= \frac{\partial}{\partial \theta}\bigl(\tfrac12 m l^2 \dot\theta^2\bigr)
       = \frac{\partial}{\partial \theta}\bigl(\tfrac12 m l^2 \dot\theta^2\bigr)
       = 0,
       = 0,&&
       \frac{\partial L_2}{\partial \theta}
       \frac{\partial L_2}{\partial \theta}
       &= \frac{\partial}{\partial \theta}\bigl(m l\,\dot p\,\sin\theta\,\dot\theta\bigr)
       = \frac{\partial}{\partial \theta}\bigl(m l\,\dot p\,\sin\theta\,\dot\theta\bigr)
       = m l\,\dot p\,\cos\theta\,\dot\theta,
       = m l\,\dot p\,\cos\theta\,\dot\theta,&&
       \frac{\partial L_3}{\partial \theta}
       \frac{\partial L_3}{\partial \theta}
       &= \frac{\partial}{\partial \theta}\bigl(m g l\cos\theta\bigr)
       = \frac{\partial}{\partial \theta}\bigl(m g l\cos\theta\bigr)
       = - m g l\sin\theta
       = - m g l\sin\theta
     \end{align*}
     \end{align*}
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       \dot{\theta}(t^+) = -\gamma\,\dot{\theta}(t^-)
       \dot{\theta}(t^+) = -\gamma\,\dot{\theta}(t^-)
\end{equation*}
\end{equation*}
Dabei ist $$\gamma$$ der Restetutionskoeffizient.\\
Dabei ist $$\gamma$$ der Restetutionskoeffizient.
Um zu bestimmen, wann eine Kollision passiert, werden die Winkel bestimmt, bei denen sich die Bälle unten berühren $$\theta_{min}$$ und bei welchem sie sich oben berühren $$\theta_{max}$$:
Um zu bestimmen, wann eine Kollision passiert, werden die Winkel bestimmt, bei denen sich die Bälle unten berühren $$\theta_{min}$$ und bei welchem sie sich oben berühren $$\theta_{max}$$:
\begin{align*}
\begin{align*}
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====Anwendung der Bewegungsgleichung====
====Anwendung der Bewegungsgleichung====
[[Datei:RealityCheck.gif|1003x1003px]]
[[Datei:RealityCheck.gif]]
[[Datei:w.gif|1019x1019px|mini|rechts]]
[[Datei:w.gif|1019x1019px|mini|rechts]]
Die Bewegungsgleichung ist nur numerisch lösbar und wird in der Sprache Julia wird mithilfe der ''Tsit5'' Methode implementiert. Dort wird auch die Kollisionsbedingung und deren Effekt angewendet. Dabei werden für jede numerische Berechnung die Anfangsbedingungen: der Anfangswinkel die Anfangswinkelgeschwindigkeit benötigt.
Die Bewegungsgleichung ist nur numerisch lösbar und wird in der Sprache Julia wird mithilfe der ''Tsit5'' Methode implementiert. Dort wird auch die Kollisionsbedingung und deren Effekt angewendet. Dabei werden für jede numerische Berechnung die Anfangsbedingungen: der Anfangswinkel und die Anfangswinkelgeschwindigkeit benötigt.
Weiter wird auch ein Programm genutzt, welches stabile Zustände basierend auf der gerade vorgestellten numerischen Simulation findet. Besonderer Fokus wird auf das Finden des zweiten stabilen Zustands gelegt. Als Anfangsbedingungen für die Simulation wird dabei für den Anfangswinkel der maximale Auslenkungswinkel genutzt. Für die Anfangswinkelgeschwindigkeit wird 0 genutzt, da am Anfang als Auslenkungswinkel der maximale Winkel gegeben ist und somit die Bälle bei diesem Winkel in Stillstand sind. Iteriert man anschließend über mögliche Frequenzen, finden man schließlich eine Simulation bei der der maximale Winkel konstant bleibt.
Weiter wird auch ein Programm genutzt, welches stabile Zustände basierend auf der gerade vorgestellten numerischen Simulation findet. Besonderer Fokus wird auf das Finden des zweiten stabilen Zustands gelegt. Als Anfangsbedingungen für die Simulation wird dabei für den Anfangswinkel der maximale Auslenkungswinkel genutzt. Für die Anfangswinkelgeschwindigkeit wird 0 genutzt, da am Anfang als Auslenkungswinkel der maximale Winkel gegeben ist und somit die Bälle bei diesem Winkel in Stillstand sind. Iteriert man anschließend über mögliche Frequenzen, finden man schließlich eine Simulation bei der der maximale Winkel (nahezu) konstant bleibt.


====Charakterisierung der Bewegungsmuster des Pendeln====
=== Charakterisierung der Bewegungsmuster ===
<gallery widths="400" heights="400" perrow="2">
Um das Verhalten des Pendels besser verstehen zu können, wird über ein Frequenzspektrum und ein Anfangsauslenkungsspektrum iteriert und für jede Kombination das Pendel simuliert. Nun wird aus den Auslenkungsdaten der Simulation die lokal maximalen Auslenkungen bestimmt (Maximalauslenkungen - Auslenkung, wo das Pendel kurzzeitig zum Stillstand kommt). Diese können nun in zwei verschiedenen Weisen visualisiert werden. Im ersten Diagramm wird die durchschnittliche Maximalauslenkung als Farbe dargestrellt (je heller desto größer). Weiter wird im zweiten Diagramm die Standardabweichung dieser Maximalauslenkungen analog farblich dargestellt.
Datei:Nice1.png|Beschreibung1
<gallery widths="400" heights="300" perrow="2">
Datei:Nice2.png|Beschreibung2
Datei:Nice1.png|Durchschnittlicher Maximalwinkel
Nice2.png|Standardabweichung des Maximalwinkels
</gallery>
</gallery>
[[Datei:nice1.png|mini]]
Beide Diagramme zeigen durch die Unterschiede auf kleinstem Raum im Auslenkungswinkel (genauer dem Durschschnitt oder Standardabweichung) die Komplexität der Bewegung. Das erste Diagramm zeigt dabei den Bereich in welchem eine doppelte Kollision möglich ist (Durchschnittlicher Maximalwinkel bei ca. 360°). Außerdem erkennt man auf der linken Seite eine farbige Linie. Dort ist eine höhere durchschnittliche Auslenkung im Vergleich zum Umfeld.
[[Datei:nice2.png|mini]]
Weiter wird das zweite Diagramm genutzt, um zu bestimmen, wo stabile Zustände vorkommen, indem die Standardabweichung von dem durchschnittlichen Wert betrachtet. Bei hoher Standardabweichung ist die Bewegung komplex und nicht stabil. IM Gegensatz dazu zeigt eine niedrige Standardabweichung eine stabile Bewegung.
Mithilfe der Simulation kann für ein Grid von Kreisfrequenzen und Anfangsauslenkungen die Bewegung vorhergesagt werden. Aus der Bewegung können die maximalen Auslenkungswinkel bestimmt werden und weiter verarbeitet werden. So zeigt dieses Diagramm den durchschnittlichen Wert dieser Auslenkungswinkel an. Besonders interessant ist dabei die diagonal Line die sich im Bereich von 0 bis 100 erstreckt, sowie der "gelbe" Bereich in der oberen rechten Ecke.  
Die Standardabweichungen der Zustände, die im ersten Diagramm 'gelb' waren (hohe durchschnittliche Auslenkung) sind erst ab einer Frequenz von ca. ... niedrig genug, um eine stabile Bewegung zu ermöglich. Dies ist der 3.stabile Zustand und kann somit nur mit einer Frequenz über ca. ... erreicht werden. Dies erklärt wieso dieses Bewegungsmuster mit dem Aufbau nicht möglich war.
Analog kann auch die Standardabweichung der maximalen Auslenkungswinkel zum Durschnitt bestimmt werden und ebenso geplottet werden. Die hellen Bereiche zeiogen somit auf nicht stabile Bewegungsmuster und die dunklen auf stabile. Es wird anschließend der Fokus auf das untersuchen und bestimmen der diagonalen Line im ersten Diagramm gesetzt. Diese Linie stellt den zweiten Stabilen zustand dar und wird versucht experimentell erzeugt zu werden.


==Experiment==
== Experiment ==
\begin{figure}[H]
[[Datei:Exp2.png|mini|457x457px|Experimental Aufbau]]
  \centering
Ein LEGO-basierter Oszillator wandelt die Motorrotation in eine lineare Pivot-Oszillation um. An diesem ist der Faden mit den Bällen befestigt. Zunächst wird per Hand versucht eine stabile Bewegung zu finden, indem man die Frequenz und Anfangsbedingungen variiert. Um diesen Prozess zu erleichtern wird eine Plexiglasplatte genutzt, die die Bewegung des Pendels auf eine Ebene reduziert. Anschließend wird die Frequenz schrittweise geändert, dabei ist die Änderung so klein, dass so weitere stabile Zustände erreicht werden. Dies wird fortgeführt bis das gesamte Frequenzspektrum abgearbeitet ist. Die Bewegung wird schließlich via Video-Tracking aufgezeichnet. (Anmerkung: während des manuellen Änderns der Frequenz wird das Video-Tracking gestoppt)
 
    Um einen oszilierenden Pivot zu erzeugen wird die Rotationsbewegung des Motors in lineare Bewegung mit der im Bild dargestellen Konstruktion. Diese kann anschließend durch einen Motor und Lego umgestzt werden. Auf den so gebauten Oszilator wird der Faden mit den zwei Bällen an seinen Enden angehängt. Weiter wird eine Plexiglasplatte hinter dem Pendel angebracht. Diese Plexiglasplatte ist nur während dem ersten Schritt des Experiments wichtig. In diesem variiere ich Anfangsauslenkung und die Kreisfrequenz des Motors bis das Pendel in den zweiten stabilen Zustand kommt. Dann führe ich mit dem zweiten Schrittd es Experiments fort. In diesem verändere ich die Kreisfrequnuz des Motor immer nur sehr leicht. Somit ist der stabile Zustand für die neue Freqeunz so nah an der alten, das sich das Pendel in einen neuen stabilen Zustand einpendelt. Dieser Prozess wird fortgeführt bis schließlich das ganze Spektum von Freqeunzen getestet wurde. Dabei ist dieses Spektrum durch eine Frequenz limitiert, bei der die Bälle nicht mehr messbar voneinander wegbewegen oder wo der Auslenkungswinkel über 90° geht und somit der Faden zusammenfällt. Schließlich wird die Bewegung der Bälle und des Pivots Videogetracket und deren Pfad angezeigt.
 
 
 
      \centering
      [[Datei:os.png]]
      [[Datei:Exp2.png]]


== Ergebnisse ==
\end{figure}
Tracking-Daten liefern Pivot- und Ballkoordinaten. Aus den Pivot-Daten werden ($$\omega$$, $$a$$, $$\alpha$$) bestimmt, aus den Ballkoordinaten die Auslenkungswinkel. Vergleiche mit Simulationen:
 
<gallery widths="400" heights="300">
===Ergebnisse===
expsim.png  
Durch das Tracken werden sowohl Daten über das Pendel wie über den Pivot aufgenommen. Zunächst werden die Pivotdaten genutzt, um aus Ihnen alle Parameter der Sinusfunktion zu bestimmen ($$\omega$$, $$a$$ ,$$\alpha$$). Anschließend werden aus den Ballkoordinaten der Auslenkungswinkel für jeden Datenpunkt berechnet. Diese können über Zeit geplottet werden und mit den Daten aus der Simulation verglichen werden (siehe Bild links) oder auch der maximale Winkel über die genutzten Kreisfrequenzen geplottet werden und mit den Werten aus dem vorgestellten Programm, dass stabile Zustände sucht (siehe Bild rechts).
Datei:P1.png  
[[Datei:expsim.png]]
Datei:P2.png  
[[Datei:p1.png]]
Datei:P4.png  
[[Datei:p2.png]]
Datei:P10.png  
[[Datei:p4.png]]
</gallery>
Man erkennt das die Experimente und Simulation sehr gut zusammenpassen.
Die Ergebnisse bestätigen: Je kleiner die Kreisfrequenz, desto größer die Pendelperiode und der Maximalwinkel. Verschiedene Fadenlängen zeigen denselben Trend:
[[Datei:p6.png]]
[[Datei:p10.png]]
Die Trends im Experiment können wie folgt erklärt werden: Je kleiner die Kreisfrequenz des Pivots, desto größer die Periodenlänge des Pivots. Damit der Zustand stabil ist muss die Periodenlänge der Schwingung des Pendels der Periodenlänge des Pivots entsprechen. Da bei größeren Periodenlängen der Schwingung der maximale Auslenkung des Winkels wächst, folgt somit bei kleineren Kreisfrequenzen eine größere maximale Auslenkung.
Weiter können alle Messreihen mit verschiedenen Fadenlängen wie folgt in einem Plot dargestellt werden:
[[Datei:finsim.png]]
[[Datei:finsim.png]]
Dabei zeigt die Farbe der Messreihe an, wie lang der in ihr genutzte Faden ist (je heller, desto längerer Faden; siehe Colorbar im Diagramm). Hier erkennt man den Trend, das bei längerem Faden die Kreisfrequenz sinkt um einen bestimmten maximalen Auslenkungswinkel zu erreichen. Bei längerem Faden steigt die Periodenlänge der Schwingung des Pendels und somit sinkt die Kreisfrequenz, wie bereits erklärt wurde.
===Fehlerquellen===
Die Kamera liegt versetzt von der Kamera, sodass die Camara die Verschiebung der eigentliche Position aufnimmt.\\
Weiter kommt noch die Parallaxe ins Spiel. Diese verzerrt das Bild minimal.\\
Beide Probleme wurden zunächst nicht gelöst, jedoch können sie beide durch trigonometrische Überlegungen gelöst werden.
====Vergleich zwischen Messwerten und Theorie====
[[Datei:Expsim.png|mini|Vergleich zwischen numerischer Simulation (links) und experimentellen Messungen (rechts)|359x359px]]
[[Datei:Expsim.png|mini|Vergleich zwischen numerischer Simulation (links) und experimentellen Messungen (rechts)|359x359px]]
Zunächst können einzelne Versuche verglichen werden, indem die Auslenkung bei gegebenen Anfangsbedingungen zwishceneinander verglichen wird. Dabei erhält man sehr stark übereinstimmende Ergebnisse.
Um diese systematischer auswerten zu können, wird nun das Programm genutzt, welches stabile Zustände findet. Lässt man dieses für alle Anfangswinkel in einem bestimmten Raum laufen, so erhält man für jeden Anfangswinkel eine Frequenz. Diese Graphen können nun mit dem Experiment vergilchen werden und man erhält folgende Vergleiche: 
===Vergleich zwischen theoretischer und simulierter Bewegung===
Auf der Seite 13 sind 8 Graphen der Bewegung des Magneten zu finden. Während der Aufbau gleich blieb, wurde die Startposition des Magneten verändert. Dabei wurde so gut wie möglich versucht keine Geschwindigkeit dem Magneten zu übergeben. Da der Aufbau symetrisch ist, sollten die Graphen ähnlich sein, bzw. gleich falls die Startposition die gleiche Distanz hat. Dies ist nicht der Fall. Dies kann wie folgt erklärt werden: permanentmagneten haben nicht unbedinkt senkrechte magnetische Momente. Dadurch ist die Anziehungskraft nicht mehr symmetrisch, da durch die kleinste Neigung des magnetischen Dipols der Magnet aus einer Seite stets stärker angezogen wird. Außerdem würde dies die Drehung erklären, die beim Versuch entstand. Durch diese kleine Änderung verläuft der Magnet nicht zwingend über dem statischen, was in der Simulation passiert.


==Ergebnisdiskussion==
Helle Kurven stehen für längere Fäden. Mit zunehmender Fadenlänge sinkt die nötige Frequenz für einen gegebenen Maximalwinkel.
Die Analyse der experimentellen Daten zeigt fehlende symmetrien auf. Diese sind in der Theorie nicht vorhanden und haben ihre Quelle in experimentellen Fehlern. So sind diese Fehler:


===Systematische Fehler===
== Ergebnisdiskussion ==
Systematische Fehler entstehen durch Ungenauigkeiten im Versuchsaufbau oder durch Kalibrierungsfehler der Messgeräte. Zu den relevanten systematischen Fehlerquellen zählen:
Leichte Asymmetrien zwischen Theorie und Experiment lassen sich durch folgende Fehlerquellen erklären:


===Statistische Fehler===
Schwerpunkte der Bälle nicht exakt in der Mitte (Hakenmasse).
Statistische Fehler resultieren aus zufälligen Schwankungen in den Messdaten. Die wichtigsten Beiträge sind:


Fadenaufhängung um <1 mm verschoben.


* \textbf{Kompriemierung bei Slow Motion Videos:} 
Nachgiebigkeit des LEGO-Oszillators.
          Die begrenzte Auflösung der Kamera führt zu einer Unsicherheit von etwa $$\pm 2\,px$$ bei der Bestimmung der Positionen.
          Zusätzlich werden Slow MOtion Videos komprimiert, um Speicherplatz zu schonen. Diese Unsicherheit wird in der Berechnung der Geschwindigkeiten und Beschleunigungen verstärkt.
* \textbf{Auswertungssoftware:} 
          Fehler bei der Kantenerkennung oder bei der automatisierten Bestimmung von Schwerpunkten können die Genauigkeit der Positionsmessung beeinträchtigen.


===Externe Einflüsse===
Video-Blur und Kompression bei Slow-Motion: ±2 px Unsicherheit.
Neben systematischen und statistischen Fehlern können externe Einflüsse die Messergebnisse verfälschen:


Submillimetergenauigkeit im Tracking (Kantenerkennung).


* \textbf{Beleuchtung:} 
Diese Fehler sind jedoch gering genug, um die Hauptaussagen nicht zu beeinträchtigen.
          Änderungen der Lichtverhältnisse während der Aufnahme könnten die Kantenerkennung erschweren und zu Fehlern bei der Positionsbestimmung führen.
* \textbf{Vibrationen:} 
          Erschütterungen oder Bewegungen der Kamera (durch Bewegung im Umfeld) während der Aufnahme könnten zusätzliche Bildfehler verursachen.


== Fazit und Ausblick ==
=== Fazit ===
In dieser Arbeit wurde das Kinderspielzeug „Lato Lato“ theoretisch und experimentell untersucht. Ein Lagrange-Modell mit oszillierendem Pivot und nicht perfekten Kollisionen erklärt drei stabile Bewegungszustände. Numerische Simulationen und ein stabiler-Zustands-Algorithmus identifizierten insbesondere den zweiten stabilen Zustand. Experimentelle Messungen bestätigten die Vorhersagen: Bei sinkender Pivotfrequenz wächst der Maximalwinkel, bei längeren Fäden sinkt die benötigte Frequenz für denselben Winkel. Kleinere Abweichungen lassen sich durch systematische Versuchsfehler erklären.


==Fazit und Ausblick==
=== Ausblick ===


===Fazit===
Präzisere Messtechnik: Hochauflösende Kameras und verbesserte Tracking-Algorithmen reduzieren Messunsicherheiten weiter. Nutzung eines präziseren und steuerbaren Motors, sowie Nutzung eines Oszillatoren aus starrem Material wäre jedoch viel relevanter.


In dieser Arbeit wurde das Verhalten eines magnetischen Pendels sowohl theoretisch als auch experimentell untersucht. Dabei wurde ein Modell entwickelt, das die Bewegung des Pendels unter Berücksichtigung von Gravitation, Reibung und magnetischen Kräften beschreibt. Die resultierenden Bewegungsgleichungen wurden numerisch gelöst und mit experimentellen Daten verglichen.
!!!Berechnung der Spannung im Faden um zu bestimmen ob er nicht gerade wäre
Die theoretischen Berechnungen zeigen, dass die grundlegenden Bewegungsmuster des Pendels durch das Modell gut beschrieben werden können. Insbesondere die Einflüsse der magnetischen Kräfte und der Dämpfung wurden erfolgreich in die Simulation integriert. Der Vergleich mit den experimentellen Ergebnissen offenbart jedoch Abweichungen, die auf verschiedene systematische und statistische Fehler zurückzuführen sind.
Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit sind:
* Das Modell beschreibt die grundlegenden Bewegungsabläufe realistisch, jedoch treten in der Praxis durch experimentelle Fehler asymmetrische Effekte auf.
* Der Zusammenhang zwischen Dämpfungskraft und Geschwindigkeit konnte teilweise bestätigt werden, wobei die Daten auf mehrere parallele Muster hindeuten, die durch experimentelle Unregelmäßigkeiten verursacht sein könnten.
* Die theoretischen und simulierten Bewegungen stimmen qualitativ überein, weichen jedoch quantitativ ab, insbesondere bei ungenauen Anfangsbedingungen oder nicht senkrechten magnetischen Momenten.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die theoretischen Modelle eine gute Grundlage bieten, um die Dynamik des magnetischen Pendels zu beschreiben. Die experimentellen Daten bestätigen die grundlegenden Zusammenhänge, zeigen aber auch die Notwendigkeit, die Genauigkeit des Aufbaus und der Messungen weiter zu optimieren.


===Ausblick===
Modellerweiterung: Faden Modellieren und Untersuchen, ob Chaos vorliegt.
Aufbauend auf den Erkenntnissen dieser Arbeit ergeben sich mehrere Ansätze für weiterführende Untersuchungen:
* \textbf{Optimierung des Versuchsaufbaus:} 
          Eine präzisere Kalibrierung der Kamera und die Verwendung von hochauflösenden Kameras könnten die Unsicherheiten bei der Positionsbestimmung deutlich reduzieren. Zudem sollte die Position der statischen Magneten noch genauer bestimmt und überprüft werden.
         
* \textbf{Untersuchung von Magnetfeldern:} 
          Zukünftige Arbeiten könnten die magnetischen Feldverteilungen der verwendeten Magneten genauer vermessen und mögliche Abweichungen von idealisierten Dipolmomenten berücksichtigen.


* \textbf{Detaillierte Fehleranalyse:
Weitere stabile Zustände: Experimentelle Analyse auch von Zustand 1 und 3.
          Weitere Experimente sollten die Auswirkungen von asymmetrischen magnetischen Momenten und externen Störungen gezielt untersuchen. Dies könnte durch den Einsatz präziserer Messtechniken oder Simulationen mit realistischen Magnetfeldern erreicht werden.


* \textbf{Erweiterung des Modells:
Parametrische Studien: Systematische Variation von Ballradius, Restetutionskoeffizient und Pivot-Amplitude.
          Das theoretische Modell könnte um zusätzliche Effekte wie Drehmomente oder Nichtlinearitäten in der Dämpfung erweitert werden. Dadurch ließen sich komplexere Bewegungen, die in den Experimenten beobachtet wurden, besser erklären.


* \textbf{Anwendung auf technische Systeme:} 
Anwendungen: Übertragung der Erkenntnisse auf gekoppelte Oszillatoren in der Robotik oder Schwingungstechnik.
          Durch die BEwegung der bis jetzt statischen Magnte könnten viele Bewegungen des Magneten erzeugt werden.

Aktuelle Version vom 26. Juni 2025, 17:02 Uhr

Fachliche Kurzfassung

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In dieser Arbeit wird das Bewegungsverhalten des Kinderspielzeugs „Lato Lato“ untersucht. Es besteht aus einem oszillierenden Aufhängungspunkt („Pivot“), an dem eine Schnur mit zwei Bällen an ihren Enden befestigt ist. Der Aufbau kann als zwei Pendel betrachtet werden, die am gleichen Pivot hängen. Durch die Oszillation des Pivots kommt es zu Kollisionen der Bälle und es entstehen verschiedene „stabile“ Bewegungszustände (stabil im Sinne einer konstanten maximalen Auslenkung). Ziel dieser Arbeit ist es, diese stabilen Bewegungszustände genauer zu untersuchen und theoretisch zu modellieren. Zu diesem Zweck wird zunächst eine intuitive Erklärung des Phänomens gegeben und anschließend eine quantitative Modellierung vorgestellt. Außerdem werden numerische Simulationen und ein Algorithmus präsentiert, der stabile Zustände identifiziert. Ein ausgewählter stabiler Zustand wird experimentell nachgestellt und mit den Simulationsergebnissen verglichen. Abschließend werden mögliche Erweiterungen und weitere Experimente skizziert.

Motivation

Bei diesem Projekt handelt es sich um die Bearbeitung des folgenden GYPT-Problems: '03 Lato Lato: Attach a ball to each end of a string and connect the center of the string to a pivot. When the pivot oscillates along the vertical direction, the balls start to collide and oscillate with increasing amplitude. Investigate the phenomenon.' Übersetzt ins Deutsche: Befestigen Sie an jedem Ende einer Schnur eine Kugel und verbinden Sie die Mitte der Schnur mit einem Drehpunkt. Wenn der Drehpunkt in vertikaler Richtung schwingt, beginnen die Kugeln miteinander zu kollidieren und schwingen mit zunehmender Amplitude. Untersuchen Sie dieses Phänomen.

Fragestellung

Die Leitfragen dieses Projekts lauten:

  • Wie lässt sich der Einfluss des oszillierenden Pivots auf das Pendel physikalisch erklären?
  • Kann man das Lato Lato theoretisch modellieren?
  • Lässt sich ein stabiler Bewegungszustand experimentell nachstellen?
  • Welche Bewegungsmuster treten beim Lato Lato auf?

Theorie

Stabile Zustände

Zunächst werden stabile Bewegungszustände definiert. Man betrachtet den maximalen Winkel innerhalb einer Periode als Maximalwinkel. Bleibt dieser Winkel über die Zeit konstant, spricht man von einem stabilen Zustand. Es lassen sich drei stabile Zustände unterscheiden:

StabileZustande.png

Zustand 1 (kein Zusammenstoß): Die Bälle pendeln ohne Kollision und folgen der Pivot-Bewegung.

Zustand 2 (unterer Zusammenstoß): Kollision am unteren Umkehrpunkt; der Maximalwinkel bleibt konstant.

Zustand 3 (unterer und oberer Zusammenstoß): Kollisionen an beiden Umkehrpunkten.

Qualitative Erklärung

BasicExplanation.png

Beim Aufstieg der Bälle und gleichzeitigen Abwärtsbewegung des Pivots wird der Umkehrpunkt der Pendelbewegung höher erreicht (höherer Maximalwinkel).

Im Moment des Stillstandes wirkt nur die Gravitation, weshalb die Bälle nach unten fallen.

Bewegt sich der Pivot nun nach oben, erhöht sich die effektive Beschleunigung und somit die Geschwindigkeit der Bälle vor der Kollision.

Bei der nicht perfekt elastischen Kollision kann so trotz Energieverlust die kinetische Energie erhalten bleiben oder sogar zunehmen.

Quantitative Modellierung

Vorbereitende Betrachtungen

Parameterbeschreibung

Zunächst werden wie folgt die Parameter definiert: $$\theta (t)$$ stellt den Auslenkungswinkel des Pendels in Abhängigkeit zur Zeit dar (Zeitabhängige Funktion). Weiter stellt $$p(t)$$ die Höhe des Pivots in Abhängigkeit zur Zeit dar (Zeitabhängige Funktion). Das Koordinatensystem wird so definiert, dass der Pivot um den Punkt $$(0,l)$$ oszilliert. Da weiter die Oszillation des Pivots als Sinusfunktion verstanden wird gilt: \begin{equation*} p(t)=a\cdot\sin(\omega t + \alpha)+l, \end{equation*} wobei $$a$$ die Amplitude des Pivots, $$\omega$$ die Kreisfrequenz des Pivots und $$\alpha$$ die Phasenverschiebung des Pivots darstellen. Weiter kann die Position der Bälle unter Nutzung von $$\theta(t)$$ und Trigonometrie, wie folgt bestimmt werden: \begin{align*} x(t)&=\sin(\theta(t))l\\ y(t)&=p(t)-\cos(\theta(t))l \end{align*}

Positionsbestimmung unter Nutzung des Auslenkungswinkels

Annahmen

Länge des Fadens über Zeit (bei gemachten Experimenten nahezu konstant)

Folgende Annahmen werden in der theoretischen Modellierung genutzt:

  • Die Oszillation des Pivots wird durch $$p(t)=a\cdot\sin(\omega t + \alpha)+l$$ definiert
  • Reibung ist vernachlässigbar (Kinetische Energie wird bei Kollision verhältnismäßig so viel kleiner, dass Reibung vernachlässigbar ist).
  • Der Faden ist masselos.
  • Die Massen der beiden Bälle ist gleich.
  • Symmetrie der Beiden Bälle wird angenommen, sodass ein Freiheitsgrad $$\theta(t)$$ die Auslenkung beider Teilpendel beschreibt.
  • Die Fäden deformieren nicht und haben eine konstante Länge $$l$$.

Die letzte Annahme ist nur zutreffend bei Auslenkungswinkeln bis $$90^{\circ}$$. Bis zu diesem Punkt ist die Zentripetalkraft, so groß, dass der Faden straff ist.

Euler-Lagrangian Gleichung

Zur Modellierung des Lato Latos werden die Euler-Lagrangian Gleichung genutzt. Diese lautet für einen Freiheitsgrad $$\theta(t)$$: \begin{equation} \frac{d}{dt}\left(\frac{\partial L}{\partial \theta(t)}\right)-\frac{\partial L}{\partial \theta(t)}=0 \end{equation} Dabei steht $$L$$ für den Lagrangian und ist als Different zwischen Kinetischer und Potentieller Energie definiert: $$L=T-V$$.

Bestimmung der Kinetischen Energie $$T$$

Zur Übersichtlichkeit wird im Folgenden mit $$\theta$$, $$\theta(t)$$ und mit $$p$$, $$p(t)$$ gemeint. Für die Kinetische Energie gilt: \begin{equation*} T = \frac{1}{2}mv(t)^2 \end{equation*} Um die Geschwindigkeit der Bälle zu bestimmen wird über die $$x-Position$$ $$x(t)$$ und die $$y-Position$$ $$y(t)$$ zeitlich abgeleitet. Man erhält: \begin{align*} \dot{x}(t) &= l\cos\big(\theta\big)\dot{\theta}\\ \dot{y}(t) &= \dot{p} + l\sin\big(\theta\big)\dot{\theta} \end{align*} Da weiter $$v(t)^2=\dot{x}(t)^2+\dot{y}(t)^2$$ gilt, folgt für $$v(t)^2$$: \begin{align*} \dot{x}(t)^2 &= l^2\cos^2\big(\theta\big)\dot{\theta}^2\\ \dot{y}(t)^2 &= \dot{p}^2 + l^2\sin^2\big(\theta\big)\dot{\theta}^2 + 2l\dot{p}\sin\big(\theta\big)\dot{\theta}\\ v(t)^2 &= l^2\cos^2\big(\theta\big)\dot{\theta}^2+\dot{p}^2 + l^2\sin^2\big(\theta\big)\dot{\theta}^2 + 2l\dot{p}\sin\big(\theta\big)\dot{\theta}\\ &=l^2\dot{\theta}^2\left(cos^2\big(\theta\big)+sin^2\big(\theta\big)\right)+\dot{p}^2 +2l\dot{p}\sin\big(\theta\big)\dot{\theta}\\ &=l^2\dot{\theta}^2+\dot{p}^2 +2l\dot{p}\sin\big(\theta\big)\dot{\theta}\\ \end{align*} Somit gilt für $$T$$: \begin{equation*} T = \frac{1}{2}mv\left(l^2\dot{\theta}^2+\dot{p}^2 +2l\dot{p}\sin\big(\theta\big)\dot{\theta}\right) \end{equation*}

Bestimmung der Potentiellen Energie

Für die Potentielle Energie gilt: \begin{equation*} V = mgh \end{equation*} Da die Höhe der Bälle $$y(t)$$ entspricht, gilt: \begin{equation*} V = mg\left(p-\cos(\theta)l\right) \end{equation*}

Bestimmung des effektiven Lagrangians

Für den Lagrangian gilt: \begin{align*} L &= T-V\\ &=\frac{1}{2}mv\left(l^2\dot{\theta}^2+\dot{p}^2 +2l\dot{p}\sin\big(\theta\big)\dot{\theta}\right)-mg\left(p-\cos(\theta)l\right)\\ &=\frac{1}{2}mvl^2\dot{\theta}^2+\frac{1}{2}mv\dot{p}^2 +mvl\dot{p}\sin\big(\theta\big)\dot{\theta}-mgp+mg\cos(\theta)l \end{align*} Weiter wird der effektiver Lagrangian betrachtet welcher nur aus Termen besteht, die Abhängig vom Freiheitsgrad sind. Somit können alle Terme ohne $$\theta$$ und $$\dot{\theta}$$ beim effektiven Lagrangian gekürzt werden. \begin{align*} L_{eff} &=\frac{1}{2}mvl^2\dot{\theta}^2+mvl\dot{p}\sin\big(\theta\big)\dot{\theta}+mg\cos(\theta)l \end{align*}

Auswertung der Euler-Lagrange Gleichung

Anschließend kann der effektive Lagrangian in die Euler-Lagrange Gleichung eingesetzt werden: \begin{equation} \frac{d}{dt}\left(\frac{\partial L_{eff}}{\partial \dot{\theta}}\right)-\frac{\partial L_{eff}}{\partial \theta}=0 \end{equation} wobei für den effektiven Lagrangian zukünfitig $$L_{\theta}$$ gilt: \begin{align*} L_{\theta}:=L_{eff} = \underbrace{\tfrac12 m l^2 \dot\theta^2}_{L_1} + \underbrace{m l\,\dot p\,\sin\theta\,\dot\theta}_{L_2} + \underbrace{m g l\cos\theta}_{L_3} \\ \end{align*} Man leite $$L_{\theta}$$ partiell nach $$\dot\theta$$ ab, indem man die Summanden einzeln partiell nach $$\dot\theta$$ ableitet und addiert: \begin{align*} \frac{\partial L_{\theta}}{\partial \dot\theta} &= \frac{\partial L_1}{\partial \dot\theta} + \frac{\partial L_2}{\partial \dot\theta} + \frac{\partial L_3}{\partial \dot\theta}. \end{align*} \begin{align*} \frac{\partial L_1}{\partial \dot\theta} = \frac{\partial}{\partial \dot\theta}\bigl(\tfrac12 m l^2 \dot\theta^2\bigr) = m l^2 \dot\theta,&& \frac{\partial L_2}{\partial \dot\theta} = \frac{\partial}{\partial \dot\theta}\bigl(m l\,\dot p\,\sin\theta\,\dot\theta\bigr) = m l\,\dot p\,\sin\theta,&& \frac{\partial L_3}{\partial \dot\theta} = \frac{\partial}{\partial \dot\theta}\bigl(m g l\cos\theta\bigr) = 0 \end{align*} \begin{align*} \frac{\partial L_{\theta}}{\partial \dot\theta}= m l^2 \dot\theta+ m l\,\dot p\,\sin\theta \end{align*} Man leite nun nach der Zeit ab und erhalte: \begin{align*} \boxed{\frac{d}{dt}\Bigl(\frac{\partial L_{\theta}}{\partial \dot{\theta}}\Bigr)= m l^2 \ddot\theta+ m l\Bigl(\ddot p\,\sin\theta + \dot p\,\cos\theta\,\dot\theta\Bigr)} \end{align*} Man leite $$L_{\theta}$$ partiell nach $$\theta$$ ab, indem man die Summanden einzeln partiell nach $$\theta$$ ableitet und addiert: \begin{align*} \frac{\partial L_{eff}}{\partial \theta} &= \frac{\partial L_1}{\partial \theta} + \frac{\partial L_2}{\partial \theta} + \frac{\partial L_3}{\partial \theta}. \end{align*} \begin{align*} \frac{\partial L_1}{\partial \theta} = \frac{\partial}{\partial \theta}\bigl(\tfrac12 m l^2 \dot\theta^2\bigr) = 0,&& \frac{\partial L_2}{\partial \theta} = \frac{\partial}{\partial \theta}\bigl(m l\,\dot p\,\sin\theta\,\dot\theta\bigr) = m l\,\dot p\,\cos\theta\,\dot\theta,&& \frac{\partial L_3}{\partial \theta} = \frac{\partial}{\partial \theta}\bigl(m g l\cos\theta\bigr) = - m g l\sin\theta \end{align*} \begin{align*} \boxed{\frac{\partial L_{\theta}}{\partial \theta} = m l\,\dot p\,\cos\theta\,\dot\theta \;-\; m g l\sin\theta.} \end{align*}

Setzt man dies in die Euler Lagrange Gleichung ein, erhält man: \begin{align*} \frac{d}{dt}\Bigl(\frac{\partial L_{\theta}}{\partial \dot{\theta}}\Bigr) - \frac{\partial L_{\theta}}{\partial \theta}=\Bigl[m l^2 \ddot\theta + m l\bigl(\ddot p\,\sin\theta + \dot p\,\cos\theta\,\dot\theta\bigr)\Bigr] - \Bigl[m l\,\dot p\,\cos\theta\,\dot\theta - m g l\sin\theta\Bigr] \\ &\quad=0. \end{align*} Die \(m l\,\dot p\,\cos\theta\,\dot\theta\)-Terme heben sich auf, sodass Folgendes gilt: \[ m l^2\ddot\theta + m l\,\ddot p\,\sin\theta + m g l\sin\theta = 0 \;\xrightarrow{\div ml}\; l\ddot\theta + \sin\theta\,( \ddot p + g ) = 0. \] Mit \(\ddot p = -a\omega^2\sin(\omega t+\alpha)\) folgt \[ \boxed{l\ddot{\theta}(t) + \sin\bigl(\theta\bigr)\bigl(g - a\omega^2\sin(\omega t+\alpha)\bigr) = 0.} \]

Kollisionsmodelierung

Kollision.png

Bei der Kollision handelt es sich um eine nicht perfekt elastische Kollision. Somit kann durch folgende Gleichung die Geschwindigkeit direkt nach der Kollision $$t^+$$ unter Nutzung der Geschwindigkeit direkt vor der Kollision $$t^-$$ bestimmt werden: \begin{equation*} \dot{\theta}(t^+) = -\gamma\,\dot{\theta}(t^-) \end{equation*} Dabei ist $$\gamma$$ der Restetutionskoeffizient. Um zu bestimmen, wann eine Kollision passiert, werden die Winkel bestimmt, bei denen sich die Bälle unten berühren $$\theta_{min}$$ und bei welchem sie sich oben berühren $$\theta_{max}$$: \begin{align*} \theta_{min} &= \arcsin\!\frac{r}{l}\\ \theta_{max} &= \pi - \arcsin\!\frac{r}{l} \end{align*}

Anwendung der Bewegungsgleichung

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Die Bewegungsgleichung ist nur numerisch lösbar und wird in der Sprache Julia wird mithilfe der Tsit5 Methode implementiert. Dort wird auch die Kollisionsbedingung und deren Effekt angewendet. Dabei werden für jede numerische Berechnung die Anfangsbedingungen: der Anfangswinkel und die Anfangswinkelgeschwindigkeit benötigt. Weiter wird auch ein Programm genutzt, welches stabile Zustände basierend auf der gerade vorgestellten numerischen Simulation findet. Besonderer Fokus wird auf das Finden des zweiten stabilen Zustands gelegt. Als Anfangsbedingungen für die Simulation wird dabei für den Anfangswinkel der maximale Auslenkungswinkel genutzt. Für die Anfangswinkelgeschwindigkeit wird 0 genutzt, da am Anfang als Auslenkungswinkel der maximale Winkel gegeben ist und somit die Bälle bei diesem Winkel in Stillstand sind. Iteriert man anschließend über mögliche Frequenzen, finden man schließlich eine Simulation bei der der maximale Winkel (nahezu) konstant bleibt.

Charakterisierung der Bewegungsmuster

Um das Verhalten des Pendels besser verstehen zu können, wird über ein Frequenzspektrum und ein Anfangsauslenkungsspektrum iteriert und für jede Kombination das Pendel simuliert. Nun wird aus den Auslenkungsdaten der Simulation die lokal maximalen Auslenkungen bestimmt (Maximalauslenkungen - Auslenkung, wo das Pendel kurzzeitig zum Stillstand kommt). Diese können nun in zwei verschiedenen Weisen visualisiert werden. Im ersten Diagramm wird die durchschnittliche Maximalauslenkung als Farbe dargestrellt (je heller desto größer). Weiter wird im zweiten Diagramm die Standardabweichung dieser Maximalauslenkungen analog farblich dargestellt.

Beide Diagramme zeigen durch die Unterschiede auf kleinstem Raum im Auslenkungswinkel (genauer dem Durschschnitt oder Standardabweichung) die Komplexität der Bewegung. Das erste Diagramm zeigt dabei den Bereich in welchem eine doppelte Kollision möglich ist (Durchschnittlicher Maximalwinkel bei ca. 360°). Außerdem erkennt man auf der linken Seite eine farbige Linie. Dort ist eine höhere durchschnittliche Auslenkung im Vergleich zum Umfeld. Weiter wird das zweite Diagramm genutzt, um zu bestimmen, wo stabile Zustände vorkommen, indem die Standardabweichung von dem durchschnittlichen Wert betrachtet. Bei hoher Standardabweichung ist die Bewegung komplex und nicht stabil. IM Gegensatz dazu zeigt eine niedrige Standardabweichung eine stabile Bewegung. Die Standardabweichungen der Zustände, die im ersten Diagramm 'gelb' waren (hohe durchschnittliche Auslenkung) sind erst ab einer Frequenz von ca. ... niedrig genug, um eine stabile Bewegung zu ermöglich. Dies ist der 3.stabile Zustand und kann somit nur mit einer Frequenz über ca. ... erreicht werden. Dies erklärt wieso dieses Bewegungsmuster mit dem Aufbau nicht möglich war.

Experiment

Experimental Aufbau

Ein LEGO-basierter Oszillator wandelt die Motorrotation in eine lineare Pivot-Oszillation um. An diesem ist der Faden mit den Bällen befestigt. Zunächst wird per Hand versucht eine stabile Bewegung zu finden, indem man die Frequenz und Anfangsbedingungen variiert. Um diesen Prozess zu erleichtern wird eine Plexiglasplatte genutzt, die die Bewegung des Pendels auf eine Ebene reduziert. Anschließend wird die Frequenz schrittweise geändert, dabei ist die Änderung so klein, dass so weitere stabile Zustände erreicht werden. Dies wird fortgeführt bis das gesamte Frequenzspektrum abgearbeitet ist. Die Bewegung wird schließlich via Video-Tracking aufgezeichnet. (Anmerkung: während des manuellen Änderns der Frequenz wird das Video-Tracking gestoppt)

Ergebnisse

Tracking-Daten liefern Pivot- und Ballkoordinaten. Aus den Pivot-Daten werden ($$\omega$$, $$a$$, $$\alpha$$) bestimmt, aus den Ballkoordinaten die Auslenkungswinkel. Vergleiche mit Simulationen:

Die Ergebnisse bestätigen: Je kleiner die Kreisfrequenz, desto größer die Pendelperiode und der Maximalwinkel. Verschiedene Fadenlängen zeigen denselben Trend: Finsim.png

Helle Kurven stehen für längere Fäden. Mit zunehmender Fadenlänge sinkt die nötige Frequenz für einen gegebenen Maximalwinkel.

Ergebnisdiskussion

Leichte Asymmetrien zwischen Theorie und Experiment lassen sich durch folgende Fehlerquellen erklären:

Schwerpunkte der Bälle nicht exakt in der Mitte (Hakenmasse).

Fadenaufhängung um <1 mm verschoben.

Nachgiebigkeit des LEGO-Oszillators.

Video-Blur und Kompression bei Slow-Motion: ±2 px Unsicherheit.

Submillimetergenauigkeit im Tracking (Kantenerkennung).

Diese Fehler sind jedoch gering genug, um die Hauptaussagen nicht zu beeinträchtigen.

Fazit und Ausblick

Fazit

In dieser Arbeit wurde das Kinderspielzeug „Lato Lato“ theoretisch und experimentell untersucht. Ein Lagrange-Modell mit oszillierendem Pivot und nicht perfekten Kollisionen erklärt drei stabile Bewegungszustände. Numerische Simulationen und ein stabiler-Zustands-Algorithmus identifizierten insbesondere den zweiten stabilen Zustand. Experimentelle Messungen bestätigten die Vorhersagen: Bei sinkender Pivotfrequenz wächst der Maximalwinkel, bei längeren Fäden sinkt die benötigte Frequenz für denselben Winkel. Kleinere Abweichungen lassen sich durch systematische Versuchsfehler erklären.

Ausblick

Präzisere Messtechnik: Hochauflösende Kameras und verbesserte Tracking-Algorithmen reduzieren Messunsicherheiten weiter. Nutzung eines präziseren und steuerbaren Motors, sowie Nutzung eines Oszillatoren aus starrem Material wäre jedoch viel relevanter.

!!!Berechnung der Spannung im Faden um zu bestimmen ob er nicht gerade wäre

Modellerweiterung: Faden Modellieren und Untersuchen, ob Chaos vorliegt.

Weitere stabile Zustände: Experimentelle Analyse auch von Zustand 1 und 3.

Parametrische Studien: Systematische Variation von Ballradius, Restetutionskoeffizient und Pivot-Amplitude.

Anwendungen: Übertragung der Erkenntnisse auf gekoppelte Oszillatoren in der Robotik oder Schwingungstechnik.